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Abnehmen - aber wie ?

Möglichkeiten der Gewichtsabnahme Kalorienreduzierte Diät
  Ernährungsumstellung
  Vermehrte sportliche Betätigung
  Schlankheitsgeeignete Spezialnahrungsmittel
  Fett absaugen
  Hormone, Appetitzügler usw.
  Fazit
Wieviel darf ich essen, um abzunehmen?  
Und wieviel kcal darf ich zu mir nehmen, damit ich abnehme?  
Was passiert beim Abnehmen im Körper ?  
Quellen/Literatur: Schlank werden und schlank bleiben! Dipl.-Oecotroph Antje Ulrich,
ngv Verlag für Nahrung, Gesundheit und Vitalität
  Identischer Text auch auf der homepage von Strength Systems bzw NutriSearch: http://www.hi-tec.de

Als nächstes möchten wir Ihnen einige Möglichkeiten der Gewichtsreduktion vorstellen. Vorab noch ein paar Worte dazu: Jeder ist in der Lage, durch Einsparung von Kalorien und/oder Erhöhung des Kalorienverbrauchs sein Gewicht zu verringern und dieses Gewicht auch zu halten. Doch machen wir uns nichts vor: Wer die Veranlagung zu Übergewicht hat, dem wird es schwer fallen, sein Idealgewicht zu erreichen und dieses auch noch zu halten, es sei denn, er würde sich sein Leben lang in eiserner Disziplin üben. Und dies ist sicherlich nicht erstrebenswert.

Kalorienreduzierte Diät
Diäten können als kurzfristige Maßnahme oder als Einstieg in eine langfristige Gewichtsreduktion sinnvoll sein. Wichtig ist dabei die Zufuhr ausreichender Mengen Eiweiß sowie lebenswichtiger Vitamine und Mineralstoffe. Bei Diäten, die unter 1200 kcal pro Tag liefern, sollte zusätzlich ein Vitamin- und Mineralstoffpräparats eingenommen werden. Ausreichend versorgt werden Sie hingegen mit diätetischen Lebenmitteln nach § 14 a der deutschen Diätverordnung. Sie stellen eine sinnvolle und ausgewogene Ernährung dar.

Von sehr vielen Diätformen ist jedoch abzuraten, da sie dem Körper eher schaden als nützen und keinen dauerhaften Erfolg versprechen. Aus gesundheitlicher Sicht abzulehnen, da mit Fehl- und Mangelernährung verbunden, sind z.B. die Atkins- und die Majo-Diät (beide zu fettreich). Medizinisch bedenklich ist auch die Null-Diät, da starker Abbau körpereigenen Eiweißes erfolgt. Sie ist deshalb nur unter ärztlicher Kontrolle durchzuführen und nicht zur längerfristigen Gewichtsabnahme geeignet.

Abzuraten ist auch von Hayschen Trennkost, die z.B. als "Fit for Life" im Buchhandel erschienen ist. Die Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten entbehrt jeder wissenschaftlicher Grundlage, außerdem ist die Ernährung unausgewogen, da wichtige Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Getreide zu kurz kommen.

Ernährungsumstellung
Allein durch die Änderung des Eßverhaltens kann häufig schon eine Gewichtsreduktion erreicht werden. Die Gewichtsabnahme erfolgt allerdings recht langsam, was zu einem Motivationseinbruch führen kann.
Eine Ernährungsumstellung ist jedoch ganz wichtig, um im Anschluß das Gewicht zu halten.

Vermehrte sportliche Betätigung
Auch über eine Steigerung des Kalorienverbrauchs durch vermehrte sportliche Betätigung kann eine Gewichtsabnahme erzielt werden. Sport als alleinige Maßnahme bringt jedoch ähnlich wie die Ernährungsumstellung nur langsamen Erfolg.
Zu emfehlen ist deshalb eine die Kombination von Diät plus Sport plus anschließender Ernährungsumstellung.

Schlankheitsgeeignete Spezialnahrungsmittel
Eine sehr effiziente Möglichkeit zur Gewichtsabnahme ist der Einsatz sog.
schlankheitsgeeigneter Spezialnahrungsmittel. Diese Spezialnahrungsmittel und -nahrungsergänzungen (Supplements) erleichtern die Gewichtsabnahme, aktivieren den Stoffwechel und gleichen Nährstoffdefizite aus. Sie werden ausführlich im Kapitel "Schlankheitsfördernde Substanzen und Diätprodukte" behandelt.

Fett absaugen
Diese Methode, die von sog. Schönheitschirurgen durchgeführt wird, ist nicht billig und
bringt im allgemeinen nur kurzfristigen Erfolg. Nicht immer ist das Resultat ästhetisch zufriedenstellend, und wie bei allen Schönheitsoperationen gibt es keine Garantie auf gutes Gelingen. Da diese Methode auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist, ist sie im allgemeinen abzulehnen.

Hormone, Appetitzügler usw.
Abzuraten ist ebenfalls von bestimmten chemischen-pharmazeutischen Präparaten, wie z.B. Hormonen, Appetitzüglern usw. In diese Kategorie fallen auch die bereits erwähnten "Chemiecocktails" aus Ephedrin, Coffein, Aspirin, Theophyllin, Naringenin, Yohimbe usw., die z.B. die Thermogenese anheben. Vor diesen Substanzen sei nochmals ausdrücklich gewarnt, da sie zu gefährlichen Nebenwirkungen (teilweise mit Todesfolge) führen können. Sie sind keinesfalls zum Dauergebrauch bestimmt und sollten, wenn, nur unter medizinischer Aufsicht eingenommen werden.

Appetitzügler oder in der Fachsprache "Anorektika" gelten allgemein als Drogen, nicht als Medikamente. Sie sind nur in Ausnahmefällen bei schwerer Adipositas (Fettsucht) unter ärztlicher Kontrolle anzuwenden, wenn alle anderen Maßnahmen (Diät, Bewegung) nicht mehr greifen. Dies läßt sich mit den schweren Nebenwirkungen und einer möglichen Abhängigkeit erklären. Als Nebenwirkungen werden häufig Euphorie, Übelkeit, Erhöhung des Blutdrucks und der Pulsfrequenz sowie Depressionen beobachtet.

Fazit :
Wie sieht nun die Erfolgsformel bei der Bekämpfung von überflüssigem Körperfett aus?

Ernährungsrelevantes Wissen + Motivation + Reduktionsdiät + dauerhafte Ernährungsumstellung

Auf diese Formel werden wir später noch ausführlicher eingehen. Versuchen Sie, außerdem regelmäßig Sport zu treiben. Gehen Sie z.B. zwei bis drei mal pro Woche ins Fitness-Studio. Übrigens bieten mittlerweile viele Fitness-Studios richtige "Abnehmkurse" an, die nicht nur sportliche Aktivitäten, sondern auch Diät und gezieltes Ernährungstraining beeinhalten. Ein solches Programm ist z.B. das "Fettkillerkonzept", ein Gewichtsreduktionsprogramm, das speziell für Fitness-Studios entwickelt wurde. Es umfaßt eine vierwöchige Diätphase und eine sich anschließende achtwöchige Ernährungsumstellungsphase. Begleitende sportliche Aktivitäten, das Abnehmen in Gruppen (Motivation!) und der Einsatz spezieller Nahrungsergänzungen machen u.a. den Erfolg des Fettkillerkonzepts aus.
TIP: Einfach einmal nachfragen, ob das Fettkillerkonzept auch in "Ihrem" Fitness-Studio durchgeführt wird!

Wieviel darf ich essen, um abzunehmen?

Zunächst möchten wir einige Begriffe erklären. Die Nahrung liefert unserem Körper Energie. Diese wird in Wärmeeinheiten gemessen: in Kilokalorien (kcal) oder Kilojoule (KJ). Eine Kilokalorie entspricht 4,2 Kilojoule. In der Alltagssprache wird meistens der Begriff "Kalorien" verwendet, womit eigentlich Kilokalorien gemeint ist. Die physikalische Maßeinheit Kilojoule hat sich in der Ernährungswissenschaft nicht durchgesetzt, hier wird immer noch mit Kilokalorien gerechnet.

Die Energiemenge, die für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen selbst im Zustand körperlicher Ruhe (also im Schlaf) benötigt wird, nennt man Grundumsatz oder Ruheumsatz. Der Grundumsatz beträgt etwa 24 kcal pro kg Körpergewicht und Tag. Bei einem 70 kg schweren Menschen sind dies 1680 kcal.

Hinzu kommt die Energiemenge für die körperlichen Aktivitäten in Beruf und Freizeit, der Arbeits- oder Leistungsumsatz:

  • bei leichter körperlicher Tätigkeit (z.B. Büroangestellter, leichte Fließbandarbeit) sind dies ca. 8 kcal/kg Körpergewicht/Tag
  • bei mittelschwerer Tätigkeit (z.B. Verkäufer, handwerkliche Berufe) sind dies ca.12 kcal/kg Körpergewicht/Tag
  • bei schwerer und schwerster Tätigkeit (z.B. Maurer, Fliesenleger) sind dies ca. 26 kcal/kg Körpergewicht/Tag

Grundumsatz und Leistungsumsatz ergeben zusammen den Gesamtenergiebedarf. Dieser beträgt dann für einen 70 kg schweren Menschen, der leichte körperliche Tätigkeit verrichtet, etwa 2240 kcal/Tag.

Mit zunehmendem Alter sinkt der Energiebedarf, ab dem 40. Lebensjahr um 10 %, ab dem 60. Lebensjahr um 20 %.

Das heißt also: Ein 70 kg schwerer Mensch unter 40 Jahren, der eine leichte körperliche Tätigkeit ausübt, kann etwa 2240 kcal/Tag zu sich nehmen, ohne daß er zunimmt.

Und wieviel kcal darf ich zu mir nehmen, damit ich abnehme?

Hier gilt folgende Faustregel: Um 1 kg abzunehmen, muß ich 6000-7000 kcal einsparen. Umgerechnet auf die Woche bedeutet das, daß pro Tag 1000 kcal eingespart werden müssen.

D.h. der 70 kg schwere Mensch, der einen Energiebedarf von 2240 kcal hat, sollte nur noch 1240 kcal täglich zu sich nehmen, damit er 1 kg pro Woche abnimmt.

Allein diese Zahlen belegen schon, daß es nicht so einfach ist, Gewicht zu verlieren. Durch vermehrte körperliche Aktivitäten wie Sport läßt sich aber der Gesamtenergiebedarf steigern, so daß mehr Kalorien verbraucht werden.

Was passiert beim Abnehmen im Körper ?

Die erste Reaktion auf eine Diät bzw. zu geringe Nahrungsaufnahme ist Hunger. Wird dieser Hunger nicht befriedigt, setzt der Körper alle Alarmsysteme in Bewegung; er fängt an, seine Reserven zu mobilisieren.

Die Brennstoffreserven des Menschen im Durchschnitt:
(männlich, 70 kg, 1,73m)
Fett (= Triglyceride): 11 kg
Eiweiß (= Proteine): 11 kg
Speicherform der Kohlenhydrate
bzw. Zucker (= Glykogen):
< 450 g

Die Energiedepots, die schnell verfügbar sind, werden als erstes abgebaut. Das sind die Glykogenspeicher in der Leber und den Muskeln. Mit ihrer Hilfe kann der Körper kurze Mangelperioden überbrücken. An jedes Gramm Zucker, das aus dem Speicher geholt wird, sind 4 Gramm Wasser gebunden, d.h. daß der Körper jetzt vor allem Flüssigkeit verliert. Das bewirkt, daß in den ersten Diättagen (das sind die ersten 4-5 Tage) sehr viel abgenommen wird.

Nach 4-5 Tagen sind die kurzfristigen Energiedepots aufgebraucht. Der Körper greift jetzt die Fettpolster an, um die es ja bei der Gewichtsabnahme geht.

Die freigesetzten Fettsäuren werden in der Muskulatur und in der Leber verbrannt. Das Gehirn ist jedoch nicht in der Lage, Fettsäuren zu verbrennen, es ist auf die Zufuhr von Glucose angewiesen. Diese Glucose bildet der Körper aus Aminosäuren, die er aus dem Abbau von Muskelprotein gewinnt. Der Verlust von Muskelgewebe läßt sich jedoch stark reduzieren, wenn während der Diät ausreichend hochwertiges Protein (mindestens 50 g täglich) oder freie Aminosäuren, z.B. verzweigtkettige Aminosäuren (BCAAs s.S. 43) oder L-Glutamin (S.49) zugeführt werden. Erst später lernt das Gehirn, auch Fettsäuren zu verbrennen, so daß der Verlust von Muskelgewebe auf ein Minimum eingeschränkt wird.

Während der Körper nun beginnt, seine Energiereserven zu verbrauchen, schaltet er gleichzeitig seinen Stoffwechsel um. Der Körper kennt den Unterschied zwischen „Verhungern" und Diät nicht. Er weiß nicht, daß er jetzt hungern soll und reagiert so, als ob er verhungern würde. Also schaltet er ein sogenanntes Notprogramm ein. Dieses schützt den Körper während längerer Hungerperioden und sorgt dafür, daß wir in Extremsituationen überleben. Ab nun gilt die Devise: So wenig Kalorien wie irgend möglich verbrauchen.

Der Stoffwechsel läuft jetzt mit einem Energiesparprogramm weiter. Nach ca. drei Wochen hat sich der Stoffwechsel umgestellt, der Ruheumsatz sinkt. Bei radikalen Diäten um bis zu 20 %. Das bedeutet für einen 70 kg schweren Menschen, dessen Ruheumsatz bis jetzt 1680 kcal betragen hat, daß dieser jetzt auf 1344 kcal schrumpft.

Der Körper kann nun selbst aus einer mageren Diätkost reichlich Energie gewinnen, und das heißt, daß er jetzt nicht mehr so schnell auf seine Energiereserven zurückgreifen muß. Dieser Schutzmechanismus, der dem Körper in Hungerperioden das Überleben sichert, ist bei einer Diät natürlich nicht unbedingt erwünscht. Denn die Kalorien, die jetzt zuviel gegessen werden, werden sofort wieder in die Fettdepots eingebaut.

TIP: Um Ihren Stoffwechsel zu aktivieren, sollten Sie sich ausreichend bewegen und regelmäßig Sport treiben (am besten drei bis vier mal pro Woche eine halbe bis dreiviertel Stunde Ausdauer- oder Kraft-Ausdauer-Training, . Auch geeignete Nahrungsergänzungen (Beschreibung der Produkte ab S. 42), können ein Absinken des Stoffwechsels während einer Diät verhindern. Ihr Einsatz ist vollkommen unbedenklich. Auf Medikamente sollte hingegen in Ausnahmefällen zurückgegriffen werden!

Wer jetzt hart bleibt und jeder Versuchung widersteht, wird weiterhin abnehmen. Der Körper wird weiter Fettdepots abbauen. Wer jetzt jedoch aufgibt und gleich wieder so viel ißt wie vorher, der wird unweigerlich wieder zunehmen. Und das schneller als vorher. Denn denken Sie daran, der Ruheumsatz ist noch niedriger als vorher. Jede zuviel zugeführte Kalorie wird sofort in Fettpolster umgewandelt. Was der Körper vorher als normale Menge empfunden hat, ist jetzt schon Überschuß. Und die Speicherkapazität der Zuckerspeicher ist begrenzt, sie liegt maximal bei 450 g. Sind die Zuckerspeicher voll, werden sofort die Fettdepots aufgefüllt. So ist das Gewicht in Kürze wieder so hoch wie vor der Diät, oder sogar noch höher (Jo-Jo-Effekt).

Nach der Diät muß der Körper seinen Stoffwechsel wieder auf das Normalmaß hochschalten. Das geht nicht so schnell. Um auf das Energiesparprogramm umzuschalten, hat der Körper immerhin eine gewisse Zeit benötigt. Um wieder zurückzuschalten, benötigt er ungefähr die gleiche Zeit. Wer jetzt sofort wieder normal ißt, nimmt sofort wieder zu.

Es ist ratsam, die Kalorienzahl der täglichen Nahrung langsam zu steigern. Das Körpergewicht sollte ständig überprüft werden. Die Kalorienzahl sollte erst erhöht werden, wenn das Gewicht nach einigen Tagen nicht ansteigt.

In der Regel muß die Energieaufnahme nach einer Diät um rund 15 % verringert werden, wenn das niedrigere Gewicht langfristig gehalten werden soll.