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Dies ist eine Kopie einer Informationsseite der Uni Hohenheim (http://www.uni-hohenheim.de)
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Man ist, was man isst | |
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Vitamine sind organische Verbindungen, die der Organismus nicht selbst bilden kann und deshalb
in kleinen Mengen mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Bei Unterversorgung kommt es zu Störungen
im Stoffwechsel und bei völligem Fehlen, abhängig von den Vorräten im Körper, zum Tod. Überversorgungen
sind dagegen nur in einzelnen Fällen gefährlich. Als Richtlinie kann gelten, daß z.B. bei Gemüse Tiefgefrieren und kurzes Kochen bei Mitverwendung des Kochwassers, den Gehalt an den empfindlichen Vitaminen nicht entscheident vermindert. Negativ wirkt sich eine Verarbeitung auch dann aus, wenn die besonders vitaminreichen Teile des Lebensmittels entfernt werden, wie z.B. die äußeren Schichten des Getreidekorns bei der Weißmehlherstellung. Normalerweise wird bei einer ausgewogenen Ernährung die empfohlene Zufuhr an Vitaminen
leicht erreicht. Eine zusätzliche Zufuhr in Form von Vitaminpräparaten ist daher nicht nötig. Da
diese Präparate normalerweise harmlos sind und bei einer einseitigen Ernährung mit geringer Vitaminzufuhr
nur nützen können, sind sie aber nicht prinzipiell abzulehnen. Sinnvoller wäre es aber, auf eine
ausgewogene Ernährung zu achten, da hierbei auch die Mineralstoffe in ausreichender Menge zugeführt werden.
Außerdem können Multivitaminpräparate z.T. auch Unverträglichkeiten hervorrufen. Mangelzustände kommen meistens dann vor, wenn bestimmte Krankheiten vorliegen (Darmerkrankungen, Alkoholismus) oder Medikamente eingenommen werden, die den Bedarf erhöhen oder die Aufnahme aus den Lebensmitteln verschlechtern. Hier kann es dann ebenso wie bei Abmagerungsdiäten sinnvoll sein, die kritischen Vitamine zu substituieren. Daneben ist auch bei Schwangerschaft, Stillzeit und Rekonvaleszenz der Bedarf an bestimmten Vitaminen erhöht.
Vitamin A (Retinol) gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und ist notwendig für das Sehen. Es hat aber auch Bedeutung für das Immunsystem, die Hautbildung und wirkt als Wachstumsfaktor. Empfohlen werden 0,8 - 1,0 Retinol / Tag. Ein Mangel zeigt sich zuerst durch das Auftreten von Nachtblindheit. Bei schweren Mangelzuständen die in Entwicklungsländern häufig vorkommen, kann es zur irreversiblen Zerstörung des Auges und damit zur Blindheit kommen. Da der Körper fähig ist, aus Carotin, einem gelben Farbstoff, Vitamin A zu bilden, können durch grüne und gelbe Gemüse (vor allem Karotten) und z.T. Obst bis zu 2/3 des Vitamin-A-Bedarfs gedeckt werden. Sonst ist Vitamin A reichlich in Milchprodukten, Eigelb, Leber, Fisch und Fettfischen enthalten. Carotin kann im Gegensatz zu Vitamin A zusätzlich noch reaktive Sauerstoffradikale abfangen und so evtl. hemmend auf die Arteriosklerose und Krebsentstehung einwirken. Neueste Forschungsergebnisse zeigen allerdings, daß durch Supplementation von Carotin kein positiver Effekt zu erwarten ist. Allerdings kann durch Carotin keine schädliche Überversorgung eintreten, die bei Vitamin A schon beobachtet wurde (z.B. durch hohen Verzehr an Lebertran). Berücksichtigen sollte man, daß Vitamin A empfindlich gegenüber Sauerstoff, Säure und Licht ist, während es gegen Hitze relativ unempfindlich ist.
Vitamin E (Tocopherol) hat vor allem eine Schutzfunktion auf Zellmembranen, indem es hochreaktive Sauerstoffverbindungen abfängt. Da diese reaktiven Verbindungen bei der Entstehung der Arteriosklerose eine gewisse Rolle spielen, könnte Vitamin E von präventiver Bedeutung sein. Da es keine besondere Toxizität in höheren Dosen aufweist wird es auch gerne supplementiert. Normalerweise ist aber durch die weite Verbreitung des Vitamin E kein Mangel zu befürchten. Den höchsten Gehalt an Vitamin E weisen Pflanzenöle auf. Allerdings wird der Gehalt durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren etwas relativiert, da auch der Bedarf an Vitamin E ansteigt. Manche Gemüsesorten wie Grünkohl, Schwarzwurzeln oder Paprika sind deshalb sicher bessere Quellen für Vitamin E.
Vitamin B1 (Thiamin) hat vor allem wichtige Bedeutung im Kohlenhydratstoffwechsel. Die bekannteste
Mangelerkrankung an Vitamin B1 ist Beri Beri. Diese äußert sich in einer Störung der Nervenfunktion
und vielen anderen Symptomen (z.B. Herzschwäche). In Ostasien trat der Vitamin-B1-Mangel nach Einführung
der Reisschälmaschinen häufig auf, da in der äußeren Schale des Reises besonders viel Vitamin
B1 enthalten ist. Bei einem sehr hohen Anteil der täglichen Kalorienzufuhr an Reis führt deshalb die
Entfernung der Schale zu einer drastischen Verminderung der Vitamin-B1-Aufnahme.
Vitamin B2 (Riboflavin) ist ein wichtiger Stoffwechselfaktor. Daher kommt es bei einem Mangel, der in der Dritten Welt häufig vorkommt, zu vielfältigen Störungen. Mangelzustände sind vor allem an den Schleimhäuten (Entzündungen) zu erkennen. Bei uns kommen bei etwa 10-20 % der Jugendlichen noch leichte Mangelzustände vor. Vitamin B2 ist besonders in Milch, Innereien und Fleisch enthalten. Der Tagesbedarf für Erwachsene liegt bei 1,5 - 1,8 mg.
Vitamin B6 (Pyridoxin) hat eine wesentliche Bedeutung im Eiweißstoffwechsel. Mit 1,6 - 2,1 mg kann der tägliche Bedarf gedeckt werden. Bei Mangelerscheinungen kann es zu vielfachen Gesundheitsstörungen kommen. Diese zeigen sich vor allem in Hautveränderungen und Störungen des Zentralnervensystems. Bei uns ist ein isolierter Mangel selten, allenfalls kann durch orale Kontrazeptiva oder in der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf bestehen, der einen Mangel leichter entstehen läßt. Vitamin B6 ist besonders reichlich in Leber, Gemüse, Getreidevollkorn, Nüssen, Hefe und Bananen enthalten.
Vitamin-C-(Ascorbinsäure)-Mangel verursacht Skorbut (starkes Zahnfleischbluten, Blutungen
in der Muskulatur u.a.), der früher bei langen Schiffsreisen durch den Mangel an frischem Gemüse und
Obst besonders häufig auftrat. Ein Vitamin-C-Mangel kommt heute, außer bei manchen alten Menschen, die
wenig Obst und Gemüse essen, kaum noch vor.
Ein Mangel an Folsäure zeigt sich besonders dort, wo eine schnelle Regeneration nötig
ist, wie an den Schleimhäuten oder bei der Blutbildung. Dies ist auch die Ursache dafür, daß Folsäuremangel
bei der Schwangeren zu Mißbildungen des Kindes führen kann. Eine Supplementierung oder zumindest folsäurereiche
Ernährung wird deshalb in der Schwangerschaft prinzipiell empfohlen. Ein erhöhter Bedarf an Folsäure
besteht außerdem nach Einnahme bestimmter Medikamente (Antikonvulsiva, orale Kontrazeptiva,..).
Man kann davon ausgehen, daß mittlerweile alle Vitamine bekannt sind. Möglich
ist aber, daß es noch bestimmte Substanzen in Lebensmitteln gibt, die ähnlich wie die Vitamine positive
Wirkung zeigen. Normalerweise werden sie aber für die normalen Stoffwechselabläufe nicht benötigt
oder können im Körper in genügender Menge gebildet werden. Außer den 7 Vitaminen, die in der
Standardversion dieser Software bestimmt werden, gibt es noch folgende Vitamine: -Vitamin K (Phyllochinon): Ist
besonders für die Blutgerinnung notwendig, d.h. ein Mangel zeigt sich darin, daß verstärkt Blutungen
auftreten, die häufig nur schwer zu stillen sind. Besonders in Kohlarten (u.a. Sauerkraut, Rosenkohl, Blumenkohl)
aber auch in frischen grünen Blattgemüsen, Geflügel und Rindfleisch ist viel Vitamin K enthalten.
Durch Medikamente (Marcumar) wird in manchen Fällen künstlich ein Mangel an Vitamin K erzeugt, um die
Gerinnungsfähigkeit des Blutes herunterzusetzen. Dadurch ist es möglich, die Gefahr der Gerinnselbildung
(Thrombosen) in den Blutbahnen zu verringern. Wichtig ist bei einer solchen Therapie die Vit. K Zufuhr etwa gleich
zu halten, da es ansonsten zu nicht erwünschten Schwankungen in der Blutgerinnungsfähigkeit kommen kann.
Auf die oben angeführten Lebensmittel muß deshalb nicht verzichtet werden. Ein durch die Nahrung bedingter
Vitamin-K-Mangel ist selten, da selbst bei mangelnder Zufuhr der notwendige Grundbedarf durch die Darmflora gedeckt
wird. Mangelzustände können allerdings bei verschiedenen Resorptionsstörungen und nach längerer
Antibiotikatherapie auftreten. -Pantothensäure: Ein Mangel
an Pantothensäure, die an vielen enzymatischen Reaktionen beteiligt ist, wird kaum beobachtet, da es weitverbreitet
vorkommt. |